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Kultur und Geschichte

Enzmilner-Wappen

Laut kaiserlichem Diplom vom 26.07.1630 wurde Joachim Enzmilner das alt ererbte väterliche Wappen neu verliehen und mit adeligen doppelten Helmen verbessert. Am 25.06.1640 wurde vom Kaiser Ferdinand III. am Rechstag zu Regensburg gestattet, das Pragerische Wappen als Herzschild in sein Wappen aufzunehmen. Mit der Erhebung in den Freiherrnstand am 09.12.1650 wurde auch sein Wappen mit drei offenen Helmen und zwei Herzschilden vermehrt.

  • Eine Hauptzier des neuen, dreistöckigen Schlosses waren:

  • Die Gemäldegalerien.

  • Die Schlossbibliothek mit 16.000 Werken.

  • Kunstsammlung mit Edelsteinen, Uhren, Mineralien, Vogeleier, Wappensammlung, Münzkasten mit 600 Fächern und 19.500 Münzen.

  • Rüstkammer mit wertvoller Waffensammlung.

  • Werkzeugkammer für Bildhauer, Goldschmiede, Buchbinder usw.

  • Apotheke reich eingerichtet mit Laboratorien.

  • Römersaal mit rotem und weißem Marmor gepflastert.

Die Wohnräume und Herrschaftszimmer waren mit kunstvollen Stuckdecken ausgestattet. Die Fußböden mit wertvollen türkischen Teppichen belegt. Im Schlafzimmer befand sich ein schöner vergoldeter Altar. Natürlich gab es eine Badeanlage zum Schwitzen und Lustbaden.

Außerhalb des Schlosses lieferte ein gut eingerichtetes Brauhaus den nötigen Trank und für die Küche sorgten ein großer, gewölbter Meierhof (heute Fam. Schützeneder/Moar).
Ein Tiergarten mit einem Schildkrötenteich und zehn Fischteiche waren ebenfalls vorhanden. Zum Lustwandel lud ein großer Lustgarten mit Häuschen und Springbrunnen ein. Auf der Anhöhe nördlich des Schlosses stand eine
Gloriette, die eine wunderbare Fernsicht in die südliche Landschaft bot.

Das von Enzmilner in Windhaag geschaffene Werk spiegelte seinen Geist und seine Mentalität wieder. Als Kind seiner Zeit war er dem Barockgeist ganz ergeben.
Durch Fleiß, Energie und Tatkraft hatte er es in der weltlichen Karriere sehr weit gebracht. Er glaubte, ein Werk geschaffen zu haben, das die Zeiten überdauern werde.

Nach dem Tod von Enzmilner im Jahr 1678 erbte seine Tochter Eva Magdalena das alte und das neue Schloss.
Als Nonne war sie mit dem prunkvollen Leben ihres Vaters nicht einverstanden und das von ihm eingerichtete Kloster im
alten Schloss war außerdem zu klein.
Eva Magdalena ließ das Prunkschloss restlos bis auf die Grundmauern abtragen und baute westlich auf der Anhöhe (heute Ortskern) ein neues Kloster auf.

Viele Kostbarkeiten wurden auch verkauft. So drei Brunner des Schlosses: einer steht auf dem Stadtplatz in Steyr, einer auf dem Marktplatz in Königswiesen und ein Brunnen steht in einem Bauernhof in Ebelsberg.

Eva Magdalena war das einzige Kind des Grafen Enzmilner und wurde am 23.02.1620 in Linz geboren. Als Kind hatte sie manche Gefahren auszustehen, kam aber immer glücklich davon. Mit vier Jahren wurden ihr in lateinischer und griechischer Sprache das Beten gelehrt.

Mit 25 Jahren flüchtete sie auf Befehl der Eltern vor den kriegerischen Schweden mit vielen Kostbarkeiten in das Jungfrauenkloster Judenburg. Sie verfasste dort das Gebetbuch "Arsenale". Wahrscheinlich wurde in ihr bei diesem Aufenthalt der Wunsch reif, der Welt zu entsagen und sich ganz Gott zu widmen.

Dieser Wunsch kam aber den Eltern ganz ungelegen und trotz aller Verbote legte sie 1647 die drei Gelübde einer Klosterfrau ab: geistlicher Gehorsam, jungfräuliche Keuschheit und geistliche Armut. Ihr Vater verbot ihr ins Kloster zu gehen, so flüchtete sie am 24.06.1648 aus Windhaag nach Tulln ins Dominikanerinnenkloster. Erst nach 16 Jahren kam sie mit drei Nonnen und zwei Patern nach Windhaag zurück. Im alten Schloss ließ ihr Vater nun doch Wohnungen und ein Kloster einrichten. 1668 wurde Eva Magdalena erste Priorin des Klosters.

Nach dem Tod des Grafen im Jahr 1678 erbte Eva Magdalena die Herrschaft des Vaters. Neue und große Pläne verleiteten die Priorin zu kostspieligen Neubauten.
Sie ließ das neue große Schloss ihres Vaters mit den vielen prächtigen Malerei
en, Anlagen und Brunnen bis in die Grundfeste hinein niederreißen. Nur das alte Schloss (heute Burgruine Windhaag) blieb stehen.

Auf dem gegenüberliegenden Hügel (heute Ortskern) baute Eva Magdalena ein neues Kloster mit der Klosterkirche auf.

Vor 335 Jahren fügte der damalige Graf Joachim Enzmilner als Besitzer des Schlosses Windhag, die Waffenbestände der dortigen Rüstkammer zur allfälligen Verteidigung zu gebrauchen. Die damit verbundene Ausrüstung einer Schlosswache im Jahr 1662 gilt somit als Gründungsjahr des daraus entstandenen Bürgerkorps.

Im Jahr 1785 erfolgte die tatsächliche Gründung eines Schützenkorps, das am 03.08.1885 sein 100-jähriges Bestehen feierte.

Die Burg Windhaag, die 1290 mit Freitel von Windhaag bekundet ist und wahrscheinlich auch in dieser Zeit erbaut wurde, war bis 1379 in ihrem Besitz.