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Windhaag bei Perg

Kultur und Geschichte

Andreas von Prag (Sohn von Laßla Praga und Anna, geborene Fux von Fuxberg), geboren 1514, ließ im Jahr 1564 das Schlösschen Pragtal erbauen. Die Bauern im Krottental und Aichet wurden dazu abgestiftet, die Gründe zusammengezogen und so der Grundbesitz für die Mayrschaft (heute Bauern in Pragtal) des neuen Schlosses gewonnen. Zum Bau des Schlosses wurden die Quadersteine der öden Burg Mitterberg verwendet. Der Bau war ein stockwerkhoher Vierkant, an jedem Eck ein Rondell und außen von einem Erdwall umgeben.

Zum Schlösschen gehörten außer der Maierschaft mit großen Grundbesitz auch ein Ziegelofen und Weingärten in der Umgebung. Die Ziegel zum Kloster- und Kirchenbau Windhaag wurden in Altenburg gebrannt. Das Schloss Pragtal wurde jedoch ein Opfer des Klosterbaues. Wegen dem Mangel an Steinen ließ Eva Magdalena das Schlösschen bis auf einen kleinen Bestand (Untertanhäusl) abbrechen und verkaufte es später einem Weber. Heute ist das Gebäude im Besitz der Familie Reindl in Pragtal Nr.6 (vlg.Schanzbauer). Nur mehr die Schlossschanzen lassen den Umfang dieses Landgutes der Prager erkennen.

Durch das Portal gelangt man in eine zweijochige Vorhalle, von der je eine Tür in das Läuthaus, in den unteren Kreuzgang und in den Kirchenraum führt. Diese ist eine gut überschaubare Saalkirche. Sie ist einschiffig und weist sechs Joche auf. Das Licht fällt von Süden durch zwei übereinander angeordnete Fensterreihen in den Raum.

Die Empore im Westen ruht auf vier schlanken Granitsäulen und diente während der Klosterzeit als Chorraum für die Nonnen.
Der Altarraum im Osten ist im Vergleich zum Langhaus niedriger und seitlich eingerückt. In der Anlage ist er
dreijochig und hat einen geraden Chorabschluss. Die beiden Hochaltarbilder sind ein Werk Johann Wolfgang Dallingers aus der Zeit um 1690 und stellen Szenen aus dem Leben der Kirchenpatronin dar. Das Hauptgemälde, das die Aufnahme der Heiligen in den Himmel zeigt, wurde im vorigen Jahrhundert z.T. übermalt. Anlässlich der Innenrenovierung der Kirche im Jahr 1984 stellte der Restaurator Friedrich Fuchs die ursprüngliche Form wieder her. Der Hochaltartabernakel stammt aus dem Jahre 1913 und ist ein Werk des Braunauer Künstlers Georg Wagner. Der alte Hochaltartabernakel wurde nach einer vorherigen Restaurierung in den linken Seitenaltar eingepasst. An der Nordwand des Altarraumes steht in einer Mauernische eine gute Barockplastik des heiligen Florian. Sie ist eine Stiftung einer wohltätigen Nonne aus dem Jahr 1738.

Der Landeshauptmann von Oberösterreich beurkundet, dass die oberösterreichische Landesregierung in ihrer Sitzung am 24. April 1972 im Grunde des § 4 Abs. 1 der Oberösterreichischen Gemeindeordnung 1965 Nr.45 in der Fassung der Novelle zur Oberösterreichischen Gemeindeordnung, LGBl.Nr.391969, der Gemeinde Windhaag bei Perg im politischen Bezirk Perg das Recht zur Führung des nachstehend beschriebenen Gemeindewappen verliehen hat:

IN BLAU AUF SILBERNEM DREIBERG
EIN GOLDENER, GEKRÖNTER, ROTBEZUNGTER

UND BEWEHRTER GREIF, EIN HALBES,

GOLDENES MÜHLRAD HALTEND.

Kirchenpatron: Hl.Bartholomäus

Zwischen Windhaag und Münzbach führt eine schmale Straße zur einsam gelegenen Filialkirche Altenburg. Massiv ummauert steht sie auf einem kleinen Hügel. Dass auf dem Hügel einmal eine Wehranlage stand, ist sicher.
Urkunden beweisen ein aus Niederösterreich stammendes Rittergeschlecht der Altenburger im 13. Jahrhundert. 

Zwischen 1344 und 1728 war Altenburg Pfarrkirche für die Orte Münzbach und Windhaag. Die damaligen Gebäude des Pfarrhauses (Altenburg Nr.1 – Fam. Zimmerberger) und der Schule (Altenburg Nr.2) jetzt im Besitz der Gemeinde,
sind heute noch erhalten.

Eva Magdalena war das einzige Kind des Grafen Enzmilner und wurde am 23.02.1620 in Linz geboren. Als Kind hatte sie manche Gefahren auszustehen, kam aber immer glücklich davon. Mit vier Jahren wurden ihr in lateinischer und griechischer Sprache das Beten gelehrt.

Mit 25 Jahren flüchtete sie auf Befehl der Eltern vor den kriegerischen Schweden mit vielen Kostbarkeiten in das Jungfrauenkloster Judenburg. Sie verfasste dort das Gebetbuch "Arsenale". Wahrscheinlich wurde in ihr bei diesem Aufenthalt der Wunsch reif, der Welt zu entsagen und sich ganz Gott zu widmen.

Dieser Wunsch kam aber den Eltern ganz ungelegen und trotz aller Verbote legte sie 1647 die drei Gelübde einer Klosterfrau ab: geistlicher Gehorsam, jungfräuliche Keuschheit und geistliche Armut. Ihr Vater verbot ihr ins Kloster zu gehen, so flüchtete sie am 24.06.1648 aus Windhaag nach Tulln ins Dominikanerinnenkloster. Erst nach 16 Jahren kam sie mit drei Nonnen und zwei Patern nach Windhaag zurück. Im alten Schloss ließ ihr Vater nun doch Wohnungen und ein Kloster einrichten. 1668 wurde Eva Magdalena erste Priorin des Klosters.

Nach dem Tod des Grafen im Jahr 1678 erbte Eva Magdalena die Herrschaft des Vaters. Neue und große Pläne verleiteten die Priorin zu kostspieligen Neubauten.
Sie ließ das neue große Schloss ihres Vaters mit den vielen prächtigen Malerei
en, Anlagen und Brunnen bis in die Grundfeste hinein niederreißen. Nur das alte Schloss (heute Burgruine Windhaag) blieb stehen.

Auf dem gegenüberliegenden Hügel (heute Ortskern) baute Eva Magdalena ein neues Kloster mit der Klosterkirche auf.